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Kompetent in Digitalisierung - Was heißt das für mich? (1/3)

Th. Sommer, 2026-03

Quelle: https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/

Digitalisierungskompetenzen brauchen heutzutage alle Menschen. Bei den Beteiligten im Bildungswesen möchte ich mich zunächst auf drei Ebenen fokussieren:

  1. Schülerinnen und Schüler (SuS)
  2. Lehrerinnen und Lehrer (Lehrkräfte)
  3. Schulleitung und Schulverwaltung (Schule)

In diesem Artikel gehe ich zunächst auf allgemeine digitale Kompetenzen für Schülerinnen und Schüler ein; die beiden anderen Ebenen behandele ich separat.


Digitale Kompetenzen für Schülerinnen und Schüler

Einleitend: Digitalisierung oder „Medienkompetenz“ gehört als Querschnittskompetenz in alle Schulfächer. Informatik als Fach kann (wo erforderlich) spezifische, vor allem technische Aspekte vermitteln. Anders gesagt: Digitalisierung ist mehr als Informatik. Die Vermittlung von Digitalisierungs- bzw. Medienkompetenz muss Ziel im gesamten Bildungswesen sein.

Digitale Kompetenzfelder, die aus meiner Sicht verteilt über alle(!) Fächer in Schulen gelehrt werden sollten:

(Vorschläge aus Sicht eines Digitalisierers - ich bin kein Pädagoge. Diese Zusammenstellung basiert auf meinen Erfahrungen in der Vermittlung digitaler Kompetenzen in der Automobilindustrie, existierenden Medienbildungskonzepten und (Kern-) Curricula, sowie Diskussionen mit anderen Digitalisierungsexperten.)

1. Grundlagen, Bedienung und Anwendung

  • SuS erschließen sich Möglichkeiten digitaler Werkzeuge für ihren Alltag (über die Bedienung von Smartphones und TikTok hinaus) - Geräte(klassen), Applikationen/Apps, Plattformen; Vermittlung grundlegender Konzepte der Informatik (Erhebung, Verarbeitung, Bereitstellung)
  • Vermittelbar in jedem Fach, schlicht durch Nutzung fachspezifischer Applikationen oder Diensten auf eigenen oder gestellten Geräten

2. Information, Recherche und (Daten-) Erhebung

  • Kennenlernen und Nutzen von Online-Enzyklopädien, Suchmaschinen, Meta-Sites, LLM etc. zur Vorbereitung von Unterrichtseinheiten; Suchmethoden und Prompting; Strukturieren und Bewerten von Rechercheergebnissen; Ablage von Daten und Ergebnissen in digitaler Form
  • Vermittelbar in jedem Fach und jeder Lerneinheit, das/die Recherche bedarf

3. Kommunikation und Kooperation

  • Kennenlernen und Einordnen verschiedener Kommunikations- und Kollaborationsmethoden (synchron/asychron, Text/Voice/Video, strukturiert/unstrukturiert)
  • Vermittelbar in jeder Lerneinheit in Lerngruppen, durch z. B. Beschränkung auf bestimmte Kommunikationsformen

4. Produktion und Präsentation

  • Erzeugen digitaler Ergebnisse in unterschiedlichen Formaten (Text, Sprache, Video, Musik, Präsentation, Website, Blog-Einträge, Social Media-Posts) - mit und ohne Nutzung generativer KI.
  • Vermittelbar in jedem Fach (statt ausschließlich in „Heftform“)

5. Medienanalyse, -kritik und ethische Reflexion

  • Analyse von digitalen Quellen passend zur Lerneinheit; Bewerten von Informationsqualität; Hinterfragen der eigenen Mediennutzung; Üben von Medienkritik; Umgang mit sensiblen Inhalten (Gewalt, Sexualität, Drogen); Wahrheit und Wirklichkeit in digitalen Medien (Erkennen von Manipulationen, Fake News und Halluzinationen); Auswirkungen von Monetarisierung und Werbung auf Inhalte
  • Vermittelbar primär in Werte&Normen, Ethik, aber auch im Kontext anderer Lerneinheiten

6. Datenmanagement, Datenschutz und Datensicherheit

  • Besonderheiten digitaler Daten (Reproduzierbarkeit, Grenzkosten); Vor- und Nachteile von (Massen-) Datenspeicherung; Umgang mit Datenqualität; Grundlagen des Schutzes pbD (DSGVO) und interner Daten; Maßnahmen der Datensicherheit (gegen Verlust, Verfälschung, Missbrauch)
  • Lerneinheiten an konkreten Beispielen: öffentlichen Personen und Unternehmen; Profilbildung; Auswirkungen mangelnder Datenqualität; Folgen von Datenverlust - vermittelbar in Werte&Normen und Informatik

Übergreifendes Ziel dieser Felder soll es sein, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, welche Einflüsse auf ihr eigenes Leben und Handeln daraus entstehen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, persönliche Vorteile aus der Digitalisierung zu ziehen und gleichzeitig Risiken des Einsatzes digitaler Mittel abschätzen können.

Die von mir genannten Felder enthalten allgemeine Grundlagenkompetenzen, die allen Schülerinnern und Schülern vermittelt werden sollten. Technikorientierte Kompetenzen der Informatik (Datenmodellierung, Netzwerkprotokolle, Applikationsprogrammierung etc.) sind keine Grundlagenkompetenzen, sondern ergänzend im (optionalen) Fach Informatik zu vermitteln.

Meine Vorschläge sind nicht überschneidungsfrei und lassen womöglich Lücken. Daher freue ich mich über alle Hinweise und Ergänzungen dazu.

Um diese Kompetenzfelder vermitteln zu können, braucht es entsprechend ausgebildete Lehrkräfte, passende Lehrpläne und Curricula, sowie ausreichende digitale Infrastruktur an den Schulen. Mehr dazu in den nächsten Teilen zu diesem Thema.



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